Thursday, 13 December 2018 
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Wissenschaftliches Tauchen.de  
Was ist wissenschaftliches Tauchen?
Scientific diving is defined (29 CFR 1910.402) as diving performed solely as a necessary part of a scientific, research, or educational activity by employees whose sole purpose for diving is to perform scientific research tasks.
 

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Ergebnisse der Tauchexkursion 2004 mit 2.Platz beim Unterwasserforschungspreis gewürdigt



Höhepunkt eines jeden Jahres im Kurs „Wissenschaftliches Tauchen“ bildet die zweiwöchige Tauchexkursion. Wie bereits im Jahre 2003 ging es auch vom 29. August bis zum 12. September 2004 wieder nach Sv. Marina auf die istrische Halbinsel in Kroatien. Unter Leitung von Prof. Dr. Broder Merkel, Dr. Thomas Pohl und Dr. Elke Eckardt hatten so Studenten die Möglichkeit, ihre im Johannisbad und bei Tauchcamps am Senftenberger See erworbenen Kenntnisse im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens unter Wasser anzuwenden, und in praktischen Projekten in die Tat umzusetzen. Aus der Exkursion gingen eine Diplomarbeit, zwei Studienarbeiten, sowie Exkursionsberichte aller Teilnehmer hervor. Weiterhin entstand eine preisgekrönte Teamarbeit der Studenten Mandy Schipek, Annett Fuchs und Peter Görlitz, mit der sie den 2. Platz in der Kategorie Meeresbiologie beim internationalen Unterwasserforschungswettbewerb der Zeitschrift „Unterwasser–das Tauchmagazin“ und dem Verband deutscher Sporttaucher (VDST) errangen. Die offizielle Ehrung erfolgte auf der boot 2005 in Düsseldorf.

Der kleine, an der Ostküste Istriens gelegene Ort Sv. Marina verfügt über zwei Hausriffe und mehrere, in der näheren Umgebung gelegene, interessante Tauchplätze. Diese boten für alle Arbeitsgruppen ein optimales Untersuchungsgebiet. Außerdem herrschte an allen Tauchplätzen keine oder nur geringe Strömung, so dass auch Exkursionsteilnehmer mit wenig Erfahrungen im offenen Meer, keine Probleme bekamen, die ihnen gestellten Aufgaben zuverlässig zu erfüllen. Im Folgenden soll hier ein kleiner Überblick über die Arbeit und die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen gegeben werden.

GPS-Vermessung


Ziel dieser Gruppe war die detaillierte Vermessung des gesamten Untersuchungsgebietes mittels GPS. Aus den resultierenden Daten wurde eine Basiskarte des Gebietes erstellt, in die auch alle anderen Arbeitsgruppen ihre Messfelder und Arbeitsergebnisse eintragen konnten. Auf Grund der Ablenkung des Messsignals im Wasser, können GPS-Empfänger nicht unterhalb der Wasseroberfläche eingesetzt werden. Eine Boje mit einem auf ihr befestigtem GPS-Empfänger half dieses Problem zu lösen.

Mit Hilfe der GPS-Daten und den Tiefenangaben, die mit einem Tauchcomputer gewonnen wurden, konnte eine detailreiche Karte des Tauchgebietes erstellt werden. Das Ergebnis ist eine zwei-dimensionale Karte, die in einer späteren Exkursion in ein drei-dimensionales Blockbild des Gebietes überführt werden kann.

Flora und Fauna


Bei dieser Kartierung wurde untersucht, welchen Einfluss Faktoren wie Licht-, Strömungsverhältnisse und Morphologie des Untergrundes, auf die Verbreitung und das Wachstum einzelner Arten haben. Dazu wurden an einem der Riffe zwei Transekte (Profillinien) ausgelegt, an denen die vorhandenen Arten in einem Schema erfasst und ihre Häufigkeit festgestellt wurden. Dabei beschränkte man sich auf standortfeste bzw. wenig mobile Artengesellschaften. Zum Vergleich wurden noch die Artenzusammensetzung an einem Wrack und eines weniger frequentierten Tauchplatzes untersucht.

So erhielt man letztendlich Profile der Transekte aus denen deutlich die einzelnen Standortbedingungen hervorgingen, die für verschiedene Arten charakteristisch sind. Anhand der Vergleichsflächen konnte nachgewiesen werden, dass Taucher durchaus einen erheblichen Einfluss auf die Artenzusammensetzung haben.

Wasserchemie


Hier sollte geprüft werden, ob und in welchem Maße anthropogene Wasserverunreinigungen nachweisbar sind und wie diese sich auf die Gesamtwasserqualität auswirken. Dazu wurden im unmittelbaren und mittelbaren Bereich einer Badestelle, sowie an den oben genannten Vergleichsstandorten Wasserproben entnommen und teilweise vor Ort in einem Feldlabor, zum Teil aber auch erst hier in Freiberg auf Parameter, wie z.B. Phospatgehalt oder Gehalt an Detergentien untersucht.

Dabei stellt sich heraus, dass neben der erwarteten erhöhten Belastung im Bereich der Badestelle und der Hausriffe, auch der weniger frequentierte Tauchplatz einen enormen Grundgehalt aufweist. Da der Tauchplatz in Strömungsrichtung der Fahrrinne für Schiffe, welche vom Hafen von Rijeka aus ins Mittelmeer auslaufen, liegt, ist vermutlich darin eine Ursache für die hohen Grundgehalte zu finden.

Lockersedimentprobennahme


Durch die Entnahme und Analyse von Sedimentproben sollte betrachtet werden, wie sich im Wasser vorhandene anthropogene Einträge im und mit dem Sediment verhalten bzw. in welchem Umfang diese Reaktionen geschehen.

Für die Probennahme wurde ein spezieller Stechzylinder konstruiert, der mittels Gewichten in den Untergrund gerammt werden konnte. Untersucht wurden die Proben auf vergleichbare Parameter, so wie die bereits beschriebenen Wasserproben. Interessant waren die Korngrößenzusammensetzung und –verteilung sowie die Komposition der verschiedenen erhaltungsfähigen Reste der Organismen. Aufschlußreich war weiterhin der Vergleich dieser Ergebnisse zu paläontologischen Studien ähnlicher Umweltgegebenheiten.

Dokumentation der Arbeiten


Eine nicht zu unterschätzende Arbeit war die Dokumentation der einzelnen Arbeitsgruppen. So wurden mit Hilfe von Foto- und Videoaufnahmen die Arbeitsabläufe der Gruppen festgehalten und ein visuelles Bild des Untersuchungsgebietes geschaffen. Somit erhält auch der unbeteiligten Zuschauer einen Einblick in die Komplexität der Arbeiten, die Schwierigkeiten und die Probleme einer solchen Exkursion. Bei der Dokumentation wurden sowohl verschiedene Geräte als auch unterschiedliche Aufnahmetechniken angewandt. So wurde erstmals die Einsatzmöglichkeiten einer Eigenkonstuktion-Unterwasser-Web Cam getestet. Nach den Erfahrungen die hierbei gesammelt werden konnten, ergeben sich für zukünftige Exkursionen viele Einsatzmöglichkeiten, z. B. die Beobachtung scheuer Tiere. Die Web Cam bietet den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu vor Ort stationierten Videokameras von außerhalb des Wassers überwacht werden kann.

Den Erfolg der Exkursion machten letztendlich nicht nur die Projekte der einzelnen Gruppen aus, sondern auch die Interaktion zwischen den Arbeitsgruppen. Trotz oder gerade wegen kleinerer Schwierigkeiten und Probleme konnte jeder Teilnehmer um viele Erfahrungen bereichert nach Hause fahren.

Claudia Vejrazka
GtB / 3.Semester


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